Was sind Bots und wie funktionieren sie?

A laptop masquerading as a bot.

(einige der ausgehenden Links führen zu englischen Webseiten)

Sie interagieren jeden Tag mit Bots — wie die Internetbots häufig abgekürzt bezeichnet werden. Haben Sie irgendwann einmal einen Befehl oder eine Frage an Siri oder Alexa gerichtet? Dann haben Sie einen Bot, der direkt auf Ihrem Smartphone oder in Ihrem Zuhause ist.

Bei Bots handelt es sich um eine automatisierte Computer-Software, die so programmiert ist, dass sie Aufgaben ausführt, die vom Menschen als repetitiv und zeitaufwändig erachtet werden, wie z. B. die Indexierung von Webseiten und der Kundendienst. Bots sind sehr nützlich, so sehr, dass mehr als die Hälfte des gesamten Internetverkehrs von Bots stammt. Allerdings sind nicht alle Bots gleich. Einige sind böswillig, manchmal mit dem Ziel, Geräte mit Malware zu infizieren, den Betrieb eines Online-Geschäfts zu stören oder schlichtweg die Nutzer zu ärgern.

Es ist wichtig, gute und böse Bots voneinander unterscheiden zu können. Doch lassen Sie uns zuerst darauf eingehen, wie Bots funktionieren und wofür sie eingesetzt werden.

Wie funktionieren Bots?

Bots werden aus einer Reihe von Algorithmen erstellt. Diese Algorithmen helfen dabei, die Funktion eines Bots zu bestimmen. Bevor der Bot online freigeschaltet wird, muss ein Mensch die Aktion des Bots bestimmen und diesen dazu anweisen. Sobald der Bot seine Befehle erhalten hat, führt er die Aufgabe selbstständig aus.

Die meisten Bots sind Teamspieler, die in der Regel über ein Netzwerk arbeiten. Dies ermöglicht es ihnen, über internetbasierte Dienste wie Instant Messaging oder Internet Relay Chat miteinander zu kommunizieren.

Was spricht für die Nutzung von Internetbots?

Kurz gesagt: Bots sparen Zeit und Geld. Sie sind schneller und effizienter als Menschen. Dadurch werden in Unternehmen, die Bots einsetzen, Ressourcen frei. Mitarbeiter, die sonst unzählige Stunden mit sich wiederholenden Aufgaben verbringen würden, können nun mit Aufgaben betraut werden, die mehr Präzision und Fachwissen erfordern. Je nach Unternehmen können Mitarbeiter sogar komplett ersetzt werden.

Bots sind außerdem in hohem Maße anpassbar, vielseitig einsetzbar und rund um die Uhr verfügbar. Sie können auch massenhaft verwendet werden und geben den Nutzern die Möglichkeit, mit wenig Aufwand viele Menschen zu erreichen. Der Einsatz von Bots bringt jedoch auch einige Nachteile mit sich.

Während Bots eine ganze Reihe von Funktionen ausführen können, sind sie nicht für Aufgaben geeignet, die Präzision erfordern. Sie neigen dazu, die Absichten eines Nutzers misszuverstehen, was bei der Person, die mit dem Bot interagiert, oft zu Frustration führt. Und wie bereits erwähnt, können Bots so programmiert werden, dass sie bösartig sind oder als Spam eingesetzt werden.

Arten von Bots: Gute und böse Bots im Vergleich

Bots haben keinen moralischen Kompass. Sie sind nur Algorithmen. Allerdings werden Bots oft als „gut“ oder „böse“ eingestuft, je nachdem, welche Skriptfunktionen sie haben, wer sie einsetzt und welche Absichten diese Person/Organisation verfolgt.

Gute Bots

Auch wenn nicht immer klar ist, was einen „guten“ Bot ausmacht, handelt es sich in der Regel um einen Bot, der Internetnutzern hilft oder einen nützlichen Dienst anbietet, der mit menschlicher Hilfe allein oft nicht möglich wäre. Wir gehen auf einige der häufigsten guten Bots ein, denen Sie begegnen werden.

Chatbots

Haben Sie schon einmal diese Chatfenster bemerkt, die beim Surfen auf bestimmten Webseiten, z. B. von Banken oder Shops, auftauchen? Das sind Chatbots. Sie simulieren menschliche Unterhaltungen und antworten auf alle relevanten Fragen, die Sie stellen. (Während Chatbots Unternehmen helfen können, Geld zu sparen und Kundenprobleme zu lösen, setzt ExpressVPN sie nicht für den Kundensupport ein; wir arbeiten mit echten Menschen, da wir der Meinung sind, dass diese einen besseren Kundendienst bieten.)

Crawler oder Spider Bots

Diese Bots, die auch als Web-Crawler oder Suchmaschinen-Bots bekannt sind, scannen und indizieren Webseiten in Suchmaschinen wie Google und Bing. Es gibt auch eine bösartige Version von Webcrawlern, aber dazu kommen wir später.

Monitoring Bots

Der Begriff „Monitoring Bots“ klingt gruselig, wird aber verwendet, um Bots zu beschreiben, die den Zustand und die Leistung einer Webseite in Echtzeit überwachen. Wenn ein Problem festgestellt wird, z. B. ein Ausfall, sendet der Monitoring Bot eine Warnung aus. Unter downdector.com können Sie sehen, wie Monitoring Bots Ihre Lieblingsseiten und -spiele im Blick behalten!

Shop Bots

Die Suche nach dem besten Preis beim Einkaufen kostet Zeit. Zu viel Zeit. Hier kommen die Shop Bots ins Spiel. Sie durchsuchen für Sie das Internet nach den besten Preisen für ein bestimmtes, von Ihnen gewünschtes Produkt. Flug- und Hotelbuchungsseiten bieten häufig solche Funktionen an.

Marketing Bots

Die Aufgabe dieser Bots besteht darin, Anzeigen zu überwachen, nach trendigen Schlüsselwörtern Ausschau zu halten, Kundenrezensionen im Auge zu behalten und vieles mehr. Sie werden von Werbetreibenden eingesetzt, die schnell Marktdaten sammeln wollen.

Böse Bots

Bösartige Bots können zum Versenden von Spam, für den Diebstahl von Finanzdaten und für viele andere bösartige Aktivitäten verwendet werden.

DDoS Bots

Böswillige Akteure setzen DDoS-Bots ein, um einen Server mit Datenverkehr zu überfluten. Diese Flut von Anfragen überfordert den Server, sodass er langsamer wird oder sogar ganz ausfällt. Es handelt sich um eine unter Hacktivisten gängige Praxis.

Spam Bots

Spam Bots sind der Fluch des Internets. Sie sammeln E-Mail-Adressen von angegriffenen Kontaktseiten und versenden Spam an diese Adressen. Sie tauchen auch in Foren und Kommentarbereichen auf, um Werbeinhalte zu posten oder den Traffic auf ausgewählte Webseiten zu lenken.

Credential Stuffing Bots

Wenn Benutzernamen und Passwörter geleakt werden, nehmen diese Bots die Informationen und verwenden sie, um zu versuchen, auf andere Konten bei Diensten wie Facebook, Amazon oder Netflix zuzugreifen. Haben sie sich erst einmal angemeldet, kapern sie die Konten und verkaufen sie im Dark Web. Deshalb verwenden Webseiten CAPTCHA, um zu überprüfen, ob die Benutzer auf ihren Webseiten echte Menschen sind.

Web Scraper

Web Scraper kopieren riesige Datenmengen von einer Webseite. Scraping ist rechtlich fragwürdig und kann gegen die Nutzungsbedingungen einer Webseite verstoßen, wenn sensible oder urheberrechtlich geschützte Informationen gesammelt werden.

Inventory Denial Bots

Diese Bots finden bestimmte Artikel und legen sie in den Einkaufswagen, ohne die Transaktion abzuschließen. Wenn sie gegen Konkurrenten eingesetzt werden, führt diese Vorgehensweise dazu, dass die betroffene Webseite das Produkt als nicht vorrätig anzeigt. Wenn tatsächliche Kunden versuchen, das Produkt zu kaufen, wird es als nicht verfügbar angezeigt, obwohl es vorrätig ist.

Sind Bots für mich ein Grund zur Sorge?

Es gibt Situationen, in denen Internetnutzer auf einer Webseite mit Bots zu kämpfen haben, doch handelt es sich dabei oft eher um Belästigungen als um echte Bedrohungen. DDoS- und Denial-of-Inventory-Bots könnten zum Beispiel ein Produkt oder eine Webseite, die Sie suchen, unzugänglich machen. Die tatsächlichen Opfer sind in vielen Fällen jedoch die Unternehmen, die nicht wie gewohnt arbeiten können.

Und was Spam Bots betrifft, können Sie sich vor deren Malware schützen, indem Sie wissen, wie Sie gefälschte Nachrichten, Links und E-Mails erkennen. Bei Bots, die sich als Menschen ausgeben, kann es jedoch etwas problematischer werden.

Woher Sie wissen, ob es sich um einen Bot handelt

Da Bots immer fortschrittlicher werden, wird es zunehmend schwierig, zu erkennen, ob man mit einer echten Person oder mit einem Algorithmus interagiert. Das ist vielleicht kein großes Problem, wenn man den Chatbot des Kundendienstes einer Webseite nutzt, in anderen Fällen kann es jedoch um einiges  gruseliger werden, zum Beispiel auf Social-Media-Seiten oder in Dating-Apps. Es folgen einige grundlegende Schritte, mit denen Sie überprüfen können, ob Sie mit einem Bot kommunizieren.

  • Ein prüfender Blick auf das Profilbild ist häufig ein guter Anfang. Bots verwenden oft Fotos, die aus anderen Quellen stammen, wie z. B. Archivfotos oder legitime Profile. Führen Sie eine umgekehrte Bildersuche durch, um auf Nummer Sicher zu gehen.
  • Bots sind oft sprachlich eingeschränkt. Versuchen Sie, ihnen Fragen wie „Was ist Ihr Lieblingsmüsli?“ zu stellen. Das sorgt bei den meisten Bots für Verwirrung, denn sie sind nicht dafür programmiert, diese Art von Fragen zu beantworten.
  • Achten Sie darauf, was gepostet wird. Bots posten oft immer wieder das Gleiche. Wenn jemand einen Beitrag eines Bots kommentiert, reagiert der Bot oft nicht.

Diese Tipps sind zwar für viele der Bots nützlich, die Sie auf Seiten wie Twitter finden, aber die fortschreitende Entwicklung der künstlichen Intelligenz erschwert es, zwischen echten Menschen und Bots zu unterscheiden.

Wie können sich Unternehmen vor bösen Bots schützen?

Unternehmen sind ein bevorzugtes Angriffsziel für bösartige Bots. Koordinierte Bot-Angriffe können die Server von Unternehmen überlasten, was zu Unterbrechungen von Diensten und Umsatzeinbußen führt. Glücklicherweise können sich Unternehmen mit Bot-Management-Software schützen. Diese Tools sind in der Lage, die guten von den bösen Bots zu unterscheiden. Sie sperren die bösen Bots und lassen echte Menschen und gute Bots zu.

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