Die besten (und schlechtesten) Browser für Datenschutz

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(einige der ausgehenden Links führen zu englischen Artikeln)

In einer Welt der Listen, in der selbst Triviales analysiert, bewertet und benotet wird, sollten wir zur Abwechslung einmal etwas Wichtiges bewerten: Welche Webbrowser bieten den besten Schutz für Ihre Sicherheit und Privatsphäre?

Die Anwärter

Zuerst haben wir die Branchenriesen bewertet: Google Chrome, der unangefochtene Marktführer; Microsofts Edge, der aufstrebende Nachfolger des inzwischen eingestellten Internet Explorers; Safari, der Standard für Apple-Nutzer und Firefox, der einzige große Open Source Browser.

Als Nächstes haben wir uns die weniger beliebten, aber dennoch leistungsstarken Browser genauer angesehen, die behaupten, Sicherheit und Datenschutz habe bei ihnen oberste Priorität: Brave, Opera und Tor Browser. Entdecken Sie nachfolgend unsere Ergebnisse.


Die besten (und schlechtesten) Browser für Datenschutz und Sicherheit

16. Yandex Browser
15. Microsoft Edge
14. SeaMonkey
13. Apple Safari
12. Google Chrome
11. Waterfox
10. GNU IceCat
9. Iridium
8. Opera
7. Vivaldi
6. Pale Moon
5. LibreWolf
4. Chromium
3. Brave
2. Mozilla Firefox
1. Tor Browser
Lobende Erwähnung: DuckDuckGo


Beste Browser für Datenschutz 2021

16. Yandex Browser

Yandex Browser-Logo.
✗ Speichert Nutzerdaten
Yandex gilt als das Google Russlands und ist die meistgenutzte Suchmaschine in Russland mit über 50 % Marktanteil. Zusätzlich zu seinem Suchangebot bietet Yandex auch andere Dienste an, die denen von Google ähneln: E-Mail, Cloud-Speicher und Karten.

Gut

Yandex Browser verfügt über einige integrierte Funktionen, darunter die Übertragung von Daten über HTTPS in ungesicherten Netzwerken und den Schutz vor DNS-Spoofing. Der Browser wird auch als schlank, reibungslos und schnell beschrieben. Besteht ein Problem mit der Internetverbindung, ist die Nutzung der Turbo-Technologie von Oper von unschätzbarem Wert.

Schlecht

Eine Studie, die Anfang 2020 vom Trinity College Dublin veröffentlicht wurde, stuft Yandex als einen der schlechtesten Browser in Bezug auf Datenschutz ein. Wie auch bei Microsoft Edge wurde festgestellt, dass bei Yandex ein Problem mit der Datenfreigabe besteht, insbesondere, dass es sogenannte Persistent Identifiers an die besuchten Seiten sendet, die verwendet werden können, um Anfragen mit Backend-Servern zu verknüpfen.

Außerdem wurde festgestellt, dass zusätzlich zu den Browsing-Daten über die Funktion zur automatischen Vervollständigung der Suche eine gehashte Hardware-Kennung an Backend-Server übermittelt wird. Das Erschreckendste daran? Es ist nicht klar, wie dies unterbunden werden kann.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

15. Microsoft Edge

Microsoft Edge-Logo.
✓ Chromium-basiert
✓ Teils Open-Source
✗ Speichert Nutzerdaten
Microsoft ist bestrebt, Edge zum bevorzugten Browser von Windows-Nutzern zu machen, nachdem der Internet Explorer der Vergangenheit angehört. Seit seiner Einführung im Jahr 2015 ist Edge außer auf Windows 10 auch auf weiteren Betriebssystemen verfügbar, darunter Mac, Android und iOS.

Microsoft möchte, dass dieser Browser seinem Vorgänger in puncto Seitenladegeschwindigkeit überlegen ist, aber wie sieht es mit der Sicherheit und dem Datenschutz aus?

Gut

In diesem Jahr hat Microsoft eine bedeutende Veränderung im Design von Edge vorgenommen: Seit Januar 2020 ist der Browser Chromium-basiert, d. h. es handelt sich teilweise um Open-Source-Code. Der Browser aktualisiert seine Software selbst mindestens einmal wöchentlich, hauptsächlich mit Sicherheitsupdates. Wir können nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, dass Sie Ihre Apps und Geräte aktualisieren – auch wenn das nervig sein kann. Es ist gut, dass Edge regelmäßige Updates zur Behebung von Sicherheitslücken herausbringt.

Microsoft hat außerdem den automatischen Profilwechsel eingeführt, der das Umschalten zwischen Ihren beruflichen und privaten Konten erleichtern soll.

Schlecht

Eine grundlegende Schwachstelle in der Sicherheit von Edge kam dieses Jahr ans Licht, als Sicherheitsforscher aufdeckten, dass Edge „Persistent Identifiers sendet, die dazu verwendet werden können, Anfragen (und die zugehörige IP-Adresse bzw. den Standort) mit Backend-Servern zu verknüpfen.”

Eine Unternehmenssprecherin erklärte gegenüber ZDNet: „Microsoft Edge sendet Diagnosedaten, die für Produktverbesserungszwecke verwendet werden und eine Gerätekennung umfassen. Unter Windows ermöglicht diese Kennung es, die mit der Geräte-ID verbundenen Diagnosedaten, die auf Microsoft-Servern gespeichert sind, jederzeit mit einem einzigen Mausklick zu löschen (über die Windows-Einstellungen), was nicht von allen Anbietern angeboten wird.“

Sie fügte hinzu: „Microsoft Edge bittet um die Erlaubnis, Diagnosedaten zum Zwecke der Produktverbesserung zu sammeln, und bietet die Möglichkeit, diese Einstellungen zu einem späteren Zeitpunkt zu deaktivieren. Diese Diagnosedaten können Informationen über die von Ihnen besuchten Websites enthalten. Sie werden jedoch nicht verwendet, um Ihren Browserverlauf oder speziell mit Ihnen verbundene URLs zu überwachen.“

Unabhängig davon kann eine solche Datenerfassung viel über die Identität des Nutzers verraten, und man kann nicht wirklich viel dagegen machen.

Weitere Informationen darüber, welche Daten Edge sammelt, finden Sie hier. Allerdings ist allein die Tatsache, dass der Browser Ihr Gerät identifizieren kann jedoch besorgniserregend, und wir empfehlen, ihn möglichst nicht zu verwenden.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

14. Mozilla SeaMonkey

SeaMonkey-Suite-Logo.

✓ Browser und E-Mail-Client zugleich
✗ Gelegentlich ressourcenintensiv
Im Gegensatz zu den anderen Einträgen in dieser Liste ist SeaMonkey ein komplettes Programmpaket, das einen Browser, einen E-Mail-Client und einen WYSIWYG-HTML-Editor umfasst. Es handelt sich um ein Open-Source Projekt, das ursprünglich auf der inzwischen nicht mehr existierenden Mozilla Application Suite basierte. SeaMonkey wurde 2005 gegründet, nachdem Mozilla mit der Entwicklung des E-Mail-Clients Firefox and Thunderbird begonnen hatte.

Gut

Die SeaMonkey-Suite ist eine zentrale Anlaufstelle für das Surfen online, die auf Schnelligkeit und Funktionsreichtum ausgelegt ist. Dazu gehören integrierte Popup-Blocker und die automatische Cookie-Löschung nach jeder Sitzung. Außerdem gilt sie allgemein als sehr sicher.

Schlecht

Die Bedienung ist recht umständlich. Außerdem müssen Sicherheitsupdates manuell durchgeführt werden, was ziemlich mühsam sein kann. SeaMonkey kann auch einige Probleme bei der Erkennung und beim Blockieren von Ransomware aufweisen.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

13. Apple Safari

Apple Safari logo.

✓ Führt Seiten in einer Sandbox aus
✓ Verhindert, dass bösartiger Code auf Benutzerdaten zugreift
✗ Kein Open-Source
Safari ist inzwischen nur für Apple-Produkte verfügbar. Eine Zeit lang war es jedoch auch für PCs ausgelegt. Safari ist der Standardbrowser für Mac, er spielt jedoch wie Microsofts Edge in Sachen Beliebtheit die zweite Geige hinter Google Chrome.

Gut

Safari verhindert, dass verdächtige Websites geladen werden, und macht Sie auf die potenzielle Gefahr aufmerksam. Indem Safari Webseiten in einer Sandbox ausführt, verhindert es auch, dass bösartiger Code auf einer Seite den gesamten Browser beeinträchtigt oder auf Ihre Daten zugreift.

In den wenigen Jahren seit der Einführung von Safaris Funktion zur Intelligent Tracking Prevention (ITP) scheint der Browser zu verhindern, dass Webseiten Nutzer überwachen. Das macht erschwert es Werbetreibenden, ihre Zielgruppe zu erreichen. Die Funktion hilft auch dabei, digitale Fingerabdrücke zu verschleiern und verhindert, dass Websites von Drittanbietern standardmäßig Daten in Ihrem Cache hinterlassen, so dass Sie online anonym bleiben können. Darüber hinaus bietet Safari eine Reihe von nützlichen Erweiterungen zum Schutz Ihrer Privatsphäre.

Schlecht

Wie Chrome und Edge ist Safari nicht Open-Source, sodass Außenstehende den Code nicht inspizieren können. Safari-Updates werden in sehr unregelmäßigen Abständen angeboten, was überraschend ist, wenn man bedenkt, dass der Browser von dem größten Technologieunternehmen der Welt betrieben wird. Im Vergleich zu Produkten der Konkurrenz, erfolgen die Updates bei Safari viel langsamer. Mac-Benutzer sind wohl weniger Sicherheitslücken im Internet ausgesetzt als PC-Benutzer, besorgniserregend sind Sicherheitslücken jedoch auch, wenn sie selten vorkommen.

Forscher des Information Security Engineering-Teams von Google fanden kürzlich mehrere Sicherheitslücken in dem oben erwähnten ITP-Anti-Tracking-System und behaupten, ITP spähe die Surfgewohnheiten von Safari-Nutzern aus. Einige dieser Probleme wurden in späteren Sicherheitsupdates von Apple behoben. Das reicht jedoch wohl nicht aus, um das Misstrauen gegenüber dem Browser aus dem Weg zu räumen.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nicht, bis wir eine Open-Source-Version sehen, und selbst dann vielleicht nicht.

12. Google Chrome

Chrome-Browserlogo.

✓ Automatische Updates
✓ Teils Open-Source
✗ Überwacht einen großen Teil der Nutzerdaten
Mehr als ein Jahrzehnt ist seit der Einführung von Google Chrome vergangen, und seitdem ist er mit fast 80 % unangefochtener Marktführer hinsichtlich seines Marktanteils. Da der Browser bekanntlich schnell ist und Google-Dienste (Websuche, YouTube, Google Mail, Google Docs usw.) in unserem Alltag eine große Rolle spielen, ist es nicht verwunderlich, dass Chrome heute der am häufigsten verwendete Webbrowser ist. Aber wie steht es bei dem Browser um Ihre Privatsphäre und Sicherheit?

Gut

Google ist nicht nur führend bei der Häufigkeit der Updates und der Erkennung schädlicher Downloads, sondern aktualisiert Chrome auch automatisch alle sechs bis acht Wochen auf die neueste Version, so dass Nutzer stets die neuesten Browsing-Funktionen nutzen können. Ein Teil des Codes ist außerdem quelloffen, so dass die Nutzer Teile des Codes prüfen und auch anpassen können.

Google ermutigt außerdem Hacker, Schwachstellen in seinem Browser aufzuspüren, damit das Unternehmen sein Produkt verbessern kann.

Schlecht

Der Browser bietet zwar den üblichen Pop-up-Blocker und ermöglicht es den Nutzern, eine „Do not track“-Anfrage zusammen mit ihrem Browserverkehr zu senden (was übrigens nur wenig dazu beiträgt, dass Websites Sie nicht überwachen können), aber man kann einfach nicht ignorieren, dass Chrome zu dem Unternehmen gehört, das Millionen damit verdient, alles über Sie zu wissen.

Von der automatischen Anmeldung im Browser bis hin zu einem fragwürdigen Standortverlauf scheint Google die Angewohnheit zu entwickeln, unbeliebte Funktionen einzuführen, um sie dann mit einem weiteren Update wieder zu entfernen. Es gibt Möglichkeiten, dies zu umgehen, aber Google nutzt Chrome immer noch, um etwas über Sie zu erfahren und diese Informationen dann zu Geld zu machen.

Google hat angekündigt, dass es irgendwann Cookies von Drittanbietern dazu zwingen wird, sich bei Chrome zu identifizieren. Es ist jedoch nicht bekannt, wann dies geschehen wird und ob Tracker so tatsächlich gestoppt werden könnten.

Chrome verfügt auch über eine umfangreiche Bibliothek von Browser-Erweiterungen, die eine Reihe zusätzlicher Funktionen bieten, allerdings auf Kosten eines geringeren Datenschutzes. Da es sich bei Chrome um einen Closed-Source-Browser handelt, kann niemand den Code überprüfen, um zu sehen, was (wenn überhaupt) darin versteckt ist. Dies ist jedoch kein Problem, wenn Sie Google hinsichtlich des Datenschutzes vertrauen, und es ist auch eine Open-Source-Version von Chrome verfügbar.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nicht, wenn Sie nicht wollen, dass Google alles überwacht. Nein.

11. Waterfox

Waterfox-Browserlogo.

✓ Keine Telemetrie
✓ Umfassend personalisierbar
✗ Im Besitz einer Werbefirma
Waterfox basiert, wie der Name schon sagt, auf Firefox. Die Philosophie hinter Waterfox ist das Ziel, ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit zu erreichen. Das wird so auch auf der Waterfox-Webseite erklärt: “Wenn man sich zu sehr auf den Schutz der Privatsphäre konzentriert, ist das Internet nicht mehr zu gebrauchen. Schützt man sie nicht ausreichend, kommt zu Datenverlusten.” Waterfox wurde so konzipiert, dass nur die Benutzer wissen, was sie in ihrem Browser machen.

Gut

Als Firefox-Fork ist Waterfox mit allen Firefox-Add-ons und Themes kompatibel. Außerdem lässt er sich wie andere Forks von Firefox leicht personalisieren und bietet angemessenen Datenschutz.

Schlecht

Seit Ende 2019 ist Waterfox im Besitz eines Werbeunternehmens namens System1. Was das für den Browser bedeutet, bleibt noch abzuwarten.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

10. GNU IceCat

GNU IceCat-Browserlogo.

✓ Keine Telemetrie
✓ Verbesserung auf Chromiumbasis
✗ Unregelmäßige Updates
GNUzilla IceCat ist Teil des GNU-Projekts und wurde als eine komplett kostenlose Version von Mozilla Firefox entwickelt. Genauer gesagt: Firefox und sein Quellcode aus dem Mozilla-Projekt sind frei zugänglich und können verändert werden, allerdings gibt es einige Einschränkungen der dritten Freiheit der Four Essential Freedoms of Free Software.

Gut

Wie bereits erwähnt, ist IceCat Teil des GNU-Projekts, was auch am Charakter des Browsers erkennbar wird. IceCat ist datenschutzfreundlich, hat HTTPS Everywhere, Werbeblocker und Open-Source-Funktionen, die alternativ zu denen von Firefox standardmäßig aktiviert sind.

Schlecht

IceCat-Versionen sind dem Anschein nach nur unregelmäßig verfügbar, und die Kompatibilität für Add-ons und Themen wird möglicherweise nicht vollständig unterstützt. Es scheint auch ein Problem mit mitgelieferter Bloatware zu geben, die zu entfernen etwas umständlich ist.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

9. Iridium

Iridium browser-Logo.

✓ Keine Telemetrie
✓ Verbesserung auf Chromiumbasis
✗ Unregelmäßige Updates
Iridium ist ein auf Chromium basierender Browser, der sich selbst als „Browser zum Schutz Ihrer Privatsphäre“ bezeichnet.

Gut

Zahlreiche tolle Datenschutzfunktionen, darunter: Keine Telemetrie, Cookies von Drittanbietern sind standardmäßig blockiert, die Daten der Website werden am Ende jeder Sitzung gelöscht, die Speicherung von Passwörtern ist standardmäßig deaktiviert und das automatische Ausfüllen ist standardmäßig deaktiviert. Iridium wurde entwickelt, um sicherer zu sein als ein Chromium-Browser ohne Google und ist außerdem mit einer Vielzahl von Chrome-Erweiterungen kompatibel. Die Git-Repositories sind zur öffentlichen Einsichtnahme verfügbar.

Schlecht

Updates sind eine Seltenheit und müssen manuell durchgeführt werden, was mühsam sein kann. Hin und wieder sind die Updates auch fehlerhaft und führen zu Kompatibilitätsproblemen mit Plugins auf bestimmten Websites.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

8. Opera

Opera-Browserlogo.

✓ Integrierter Ad-Blocker
✓ Chromium-basiert
✗ Integrierte Verwendung von VPN-Protokollen
Der Schöpfer des CSS-Webstandards, Hakon Wium Lie, entwickelte Opera im Jahr 1995. Der Browser hat seitdem einen Großteil des Codes von Chromium in seine Software übernommen und gilt heute als einer der beliebtesten datenschutzorientierten Browser.

Gut

Der Opera-Browser verfügt über einen integrierten Werbeblocker und verwendet einen Tracker-Blocker, der von der EasyPrivacy Tracking Protection List stammt. Er kann die Nutzer davor schützen, Werbung angezeigt zu bekommen und von Werbetreibenden und anderen Websites überwacht zu werden. Ein Teil des Codes basiert auf Chromium, das Open-Source ist und daher überprüft werden kann.

Schlecht

Wie bei Chrome werden Ihre Daten im Standardfenster von Opera zwischengespeichert, im Fenster „Privat“ hingegen nicht – allerdings können Sie in Ihren Einstellungen festlegen, dass das auch im Standardfenster des Browsers nicht geschieht.

Bei Opera können zwar Einstellungen bezüglich des Datenschutzes und der Sicherheit vorgenommen werden, die Tatsache, dass man diese jedoch selbst ändern muss, könnte jenen, die gerne Browser verwenden, bei denen diese Einstellungen Standard sind, möglicherweise nicht gefallen.

Opera hat auch ein kostenloses integriertes VPN, das 2016 gekauft wurde. Das ist eine bedenkliche Ergänzung des Browsers, da das VPN die Bandbreite überwacht und die Nutzung protokolliert, und Opera selbst ist im Besitz eines Unternehmens, das in einem für Datenschutzverletzungen bekanntes Land sitzt. Seien Sie vorsichtig.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

7. Vivaldi

Vivaldi-Browserlogo.

✓ Umfassend personalisierbar
✓ Chromium-basiert
✗ Kleine Probleme bei der Telemetrie
Gegründet von Jon Stephenson von Tezchner (Mitbegründer und ehemaliger CEO von Opera) Vivaldi wurde mit Blick auf die technisch Interessierten entwickelt und mit einem zusätzlichen Schwerpunkt auf ehemaligen Opera-Nutzern, die von den Änderungen des Browsers im Laufe der Zeit nicht angetan gewesen waren.

Gut

Vivaldi verfügt über integrierte Werbe- und Tracking-Blocker. Standardmäßig ist die Inkognito-Suchmaschine von Vivaldi DuckDuckGo. Vivaldi ist außerdem sehr anpassungsfähig und erlaubt es dem Benutzer, fast jeden Aspekt der Benutzeroberfläche zu ändern. Als Chromium-basierter Browser ist er mit Chrome-Erweiterungen kompatibel.

Schlecht

Vivaldi’s privacy policy erläutert:
„Wenn Sie den Vivaldi-Browser („Vivaldi“) installieren, wird jedem Installationsprofil eine eindeutige Nutzer-ID zugewiesen, die auf Ihrem Computer gespeichert wird. Vivaldi sendet alle 24 Stunden eine Nachricht über HTTPS direkt an unsere Server in Island, die diese ID, die Version, die CPU-Architektur, die Bildschirmauflösung und die vergangene Zeit seit der letzten Nachricht umfasst.“

Im nächsten Teil steht dann allerdings:
„Wir anonymisieren die IP-Adresse von Vivaldi-Nutzern, indem wir das letzte Oktett der IP-Adresse von Ihrem Vivaldi-Client entfernen und dann den aufgelösten ungefähren Standort speichern, nachdem wir einen lokalen Geo-IP-Lookup verwendet haben. Der Zweck dieser Datenerfassung ist es, die Gesamtzahl der aktiven Nutzer und ihre geografische Verteilung zu ermitteln.“

Nichtsdestotrotz: Würden wir diesen Browser empfehlen? Nein.

6. Pale Moon

Pale Moon-Browserlogo.

✓ Entwickelt für Benutzerfreundlichkeit
✓ Open-Source
✗ Kompatibilitätsprobleme
Der Webbrowser Pale Moon, ein weiterer Firefox-Fork, wurde mit dem Schwerpunkt auf Anpassbarkeit und Benutzerfreundlichkeit entwickelt. Er wurde auch entwickelt, um Add-ons zu unterstützen, die von Firefox nicht mehr unterstützt werden.

Gut

Pale Moon wurde mit Blick auf Benutzerfreundlichkeit und ohne Schnickschnack entwickelt. Mit anderen Worten, Pale Moon wurde entwickelt, um Bloatware zu vermeiden. Als Firefox-Fork ist der Browser außerdem mit Firefox-Add-ons und Themes kompatibel. Außerdem ist er in hohem Maße anpassbar, wobei das Motto lautet: „Ihr Browser, wie Sie ihn wünschen.“

Schlecht

Updates sind selten. Was den „abgespeckten“ Ansatz angeht, so könnte die Unterstützung für bestimmte Streaming-Videos ein Problem darstellen.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Möglicherweise. Wenn, dann würde er sich als zusätzlicher Browser eignen.

5. LibreWolf

LibreWolf-Browserlogo.

✓ Für Datenschutz ausgelegt
Das stimmt, wir haben einen weiteren Firefox-Fork für Sie! LibreWolf ist, wie der Name schon sagt, ein Browser, der sich auf Datenschutz, Sicherheit und Freiheit konzentriert.

Gut

LibreWolf ist ein ziemlich anständiger, auf den Schutz der Privatsphäre ausgerichteter Browser mit einer Reihe von großartigen Funktionen, darunter: Keine Telemetrie, integrierter Werbeblocker, Firewall und Nutzung von privaten Suchmaschinen wie DuckDuckGo, Searx und Qwant. Haben wir bereits erwähnt, dass er von der Community unterstützt wird und dass es sich dabei um Open Source handelt?

Schlecht

Hier gibt es nichts zu sagen.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Ja!

4. Chromium

Chromium-Browserlogo.

✓ Komplett Open-Source
✗ Offizielle Builds fehlen

Chromium wurde ursprünglich von Google entwickelt und ist eine freie und quelloffene Codebasis, die als Framework für eine Vielzahl von Browsern wie Chrome, Vivaldi, Edge, Opera und Brave dient. Es gibt kein offizielles Chromium-Build von Google und jede Veröffentlichung, die diesen Namen oder dieses Logo verwendet, wird von Dritten wie The Chromium Projects durchgeführt.

Gut

Chromium ist im Wesentlichen ein Chrome ohne Google, da der Browser nicht auf dem Google-Webdienst basiert. Er ist schlank, minimal und frei von Überwachung.

Schlecht

Abgesehen von ein paar zusätzlichen Schritten bei der Installation und Einrichtung gibt es nicht allzu viel Negatives über Chromium zu sagen.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Wenn es für Sie in Ordnung ist, hier und da ein paar Änderungen vorzunehmen – ja!

3. Brave

Brave-Browserlogo.

✓ Integrierter Ad-Blocker
✓ Personalisierbare Privatsphäre-Einstellungen
✗ Tor-Tab entspricht den Datenschutzstandards von Tor nicht
Brave wurde 2016 von Brenden Eich gegründet, dem ehemaligen Mozilla-Chef, der auch JavaScript entwickelt hat. Obwohl Brave in der Branche noch relativ neu ist, überzeugt es durch sein schnelles, auf Datenschutz ausgerichtetes und minimalistisches Design. Nachdem Brave sich nach der ewigen Beta-Phase zu einem vollwertigen Browser entwickelt hat, wird sich zeigen, wie er sich als datenschutzorientiertes Produkt schlägt.

Gut

Brave verfügt über mehrere Funktionen, die Ihre Surfaktivitäten privat halten, darunter ein standardmäßig integrierte Werbeblocker, der auch verhindert, dass Ihr Online-Verhalten mittels Werbung überwacht wird, sowie einer Funktion, die unverschlüsselte Websites bei Bedarf mit HTTPS sichert.

Mit den Sicherheitseinstellungen von Brave können Sie auswählen, welche Daten Sie löschen möchten, wenn Sie die App schließen (einschließlich der Daten von HTTPS Everywhere), Fingerabdruckversuche blockieren und das Laden von Skripten verhindern. Die Brave-Einstellungen bieten viele Möglichkeiten, Ihr Surferlebnis so sicher zu gestalten, wie Sie es wünschen.

Im Dezember 2018 stellte Brave vollständig auf die Chromium-Codebasis um, was es den Nutzern erleichtert, ihre Chrome-Erweiterungen zu übernehmen – auch wenn sie darauf achten sollten, welche Daten Erweiterungen von Drittanbietern sammeln.

Schlecht

Der neue Tor-Tab von Brave mag zwar privat sein, aber er entspricht nicht den Datenschutzstandards von Tor, da die Fenstergröße nicht angepasst werden kann und dadurch eine Überwachung Ihrer Surfaktivitäten möglich sein könnte.

Fragwürdig

Brave blockiert zwar Werbung, hat aber im April 2019 auch sein eigenes Werbeprogramm gestartet. Das rief Kritik und den Vorwurf der Heuchelei hervor, da Brave seine eigene Werbung über die Werbung von Webseiten legt und so im Wesentlichen von den Webseiten profitiert, ohne den Urhebern etwas zu geben.

Die Kryptowährung von Brave, der Basic Attention Token (oder BAT), ermöglicht es Nutzern, Publisher anonym für ihre Inhalte durch Mikrospenden zu bezahlen und einen Prozentsatz davon zurückzubekommen.

Der ICO hat jedoch einige Zweifel aufgeworfen, nicht zuletzt, weil in den kurzen 30 Sekunden, in denen die Coins verfügbar waren, 40 % von ihnen in den Händen einer sehr kleinen Gruppe von Personen landeten. Dies führte unweigerlich zu dem Verdacht, dass sich große Werbeagenturen die Token unter den Nagel gerissen hatten, was den Zweck von BAT von vornherein zu verfehlen scheint.

Ein Brave-Entwickler teilte ExpressVPN mit, dass 300 Millionen BAT in einen Nutzerwachstums-Pool eingezahlt wurden, der monatlich an Brave-Nutzer als kostenlose Dienste und Empfehlungsprämien verteilt werden soll, obwohl das Projekt an sich noch in Arbeit zu sein scheint. Die Einbindung einer Kryptowährung in einen Browser ist sicherlich neu, aber es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis sie wie vorgesehen funktioniert.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Ja, aber seien Sie vorsichtig, wenn Sie dessen BAT-Währung verwenden.

2. Mozilla Firefox

FireFox-Browserlogo.

✓ Open-Source
✓ Umfassend personalisierbare Privatsphäre-Einstellungen
✓ Schlank
Von allen in dieser Rangliste aufgeführten Browsern ist Firefox der einzige, der von einer gemeinnützigen Organisation entwickelt wird – Mozilla. Der Browser ist bekannt für seine Anpassungsfähigkeit und ist seit langem eine beliebte Alternative zu seinesgleichen von Google, Microsoft und Apple.

Gut

Firefox wird zwar nicht so häufig aktualisiert wie Google Chrome, aber zumindest in einem regelmäßigen Zeitrahmen. Angesichts der Tatsache, dass die Mozilla Foundation eine gemeinnützige Organisation ist, ist es beeindruckend zu sehen, wie die freiwilligen Programmierer ständig daran arbeiten, Firefox innerhalb weniger Wochen mit den neuesten Sicherheits- und Browsing-Funktionen auszustatten.

Firefox bietet eine Reihe von Sicherheitsfunktionen, die jeder Internetnutzer zu schätzen weiß: Schutz vor Phishing und Malware, Blockieren von Websites, die als Angriffsziel gemeldet wurden, und Warnungen, wenn eine Website versucht, Add-ons zu installieren.
Firefox ist im Vergleich zu seinen Konkurrenten relativ schlank. Um mit der Zeit zu gehen, bietet Firefox die Funktion „Content Blocking„, die es den Nutzern ermöglicht, alle dem Browser bekannte Tracker zu blockieren. Firefox bietet seinen Nutzern auch die Möglichkeit, ihren Browser zu isolieren, um zu verhindern, dass Plattformen wie Facebook Ihre Aktivitäten außerhalb von Facebook überwachen.

Am wichtigsten ist jedoch, dass Firefox der einzige weit verbreitete Webbrowser ist, bei dem es sich vollständig um Open Source handelt. Jeder kann den Quellcode von Firefox untersuchen und so sicherstellen, dass keine fragwürdigen Elemente (wie Tracking-Software) in das Endprodukt eingefügt werden.

Mozilla betont zwar stark seine Standardeinstellungen und die Tatsache, dass der Browser „einen starken Schutz der Privatsphäre von dem Moment an bietet, in dem [die Nutzer] ihn installieren“, aber Sie können dennoch eine ziemlich detaillierte Liste von Datenschutz- und Sicherheitseinstellungen anpassen, die Funktionen wie die Möglichkeit zum Blockieren von Cookies und Trackern von Drittanbietern sowie die Angabe des gewünschten Sicherheitsgrads umfassen.

Schlecht

Hier gibt’s nicht wirklich etwas zu meckern. Man muss nur die entsprechenden Einstellungen manuell vornehmen, damit Firefox der sichere und private Browser ist, der er sein kann.

Würden wir diesen Browser empfehlen? Ja.

1. Tor Browser

Tor-Browserlogo.

✓ Schwer zu überwachender Verkehr
✗ Strafverfolgungsbehörden misstraut Tor-Nutzern
Der 2002 vom Tor-Projekt entwickelte und auf dem Firefox-Browser basierende Tor-Browser wurde für den anonymen Internetzugang über das Tor-Netzwerk entwickelt. Ihre Aktivitäten und Ihre Identität werden von Tor verschleiert, das Ihren Datenverkehr auf mindestens drei Ebenen verschlüsselt, indem es „Ihre Kommunikation über ein verteiltes Netzwerk von Relais“ leitet, das aus Tausenden von freiwilligen Computern ausgewählt wird.

Lesenswert: Ein Tor-Leitfaden für Einsteiger

Gut

Die meisten Tor-Updates sind Fehlerbehebungen und Sicherheitspatches von Firefox. Die Updates sind unglaublich wichtig, um zu verhindern, dass jemand Bugs und Sicherheitslücken in älteren Versionen des Tor-Browsers ausnutzt.

Die Privatsphäre des Tor-Browsers wird durch seine Sicherheit stark unterstützt – niemand, der Ihre Verbindung beobachtet, kann Ihre Internetaktivitäten nachverfolgen oder Sie identifizieren, wenn Sie sich nicht ausdrücklich identifizieren. Außerdem zeichnet Tor Ihren Browserverlauf nicht auf und löscht Ihre Cookies nach jeder Sitzung. Tor schützt die Nutzer auch vor Seiten, die versuchen, den Browserverlauf zu speichern, indem es NoScript integriert. Basierend auf Tests von eindeutigen Browser-Fingerabdrücken, kann nur Tor die Einzigartigkeit Ihres Fingerabdrucks reduzieren.

Wie wir in unserem Testbericht über den Tor-Browsers erwähnt haben, macht es der Prozess, bei dem Ihre Daten durch mehrere Relais geleitet werden, für alle unglaublich schwierig Sie und Ihre Aktivitäten zu überwachen. Eine FBI-Razzia auf dem berüchtigten Silk Road-Marktplatz hat gezeigt, dass der Browser nicht vollständig sicher ist, aber wenn Sie nicht gerade eine Aufmerksamkeit erregende und illegale Tätigkeit im Tor-Netzwerk durchführen, ist es unwahrscheinlich, dass Ressourcen dafür aufgewendet werden, Ihre Surfgewohnheiten aufzuspüren.

Schlecht

Die Sicherheit des Tor-Browsers hat einen Preis: Die Internetgeschwindigkeit wird erwartungsgemäß beeinträchtigt, da der Datenverkehr über drei verschiedene Schritte durch das Tor-Netzwerk geleitet wird. Die NoScript-Funktion kann bei einigen Webseiten zu Problemen führen.

Seien Sie sich bewusst, dass Strafverfolgungsbehörden und Internetanbieter sehen können, wer Tor benutzt, auch wenn sie nicht wissen, was Sie machen. Für maximale Sicherheit sollten Sie sich zuerst mit einem VPN verbinden und dann den Browser starten.
Lesenswert: Wie Sie Tor mit einem VPN kombinieren

Würden wir diesen Browser empfehlen? Ja. Seien Sie nur vorsichtig bei der Verwendung, wie bei jedem anderen Browser auch.

Lobende Erwähnung: DuckDuckGo

DuckDuckGo-Logo.

✓ Hervorragender Datenschutz
✗ Suchergebnisse sind manchmal ein wenig breit gefächert
DuckDuckGo ist eine beliebte Suchmaschine mit Fokus auf Datenschutz. DuckDuckGo ist zwar kein Browser im eigentlichen Sinne, bietet aber das DuckDuckGo Privacy Essentials Plugin für Chrome (und Chromium-basierte Browser) und Firefox (und alle verwandten Browsertypen) an, das DuckDuckGo als Standardsuchmaschine einrichtet und versteckte Tracker auf Websites blockiert. Außerdem ist ein DuckDuckGo-Mobilbrowser für Android und iOS verfügbar.

Würden wir DuckDuckGo empfehlen? Absolut.


Der beste Webbrowser ist…

Als Ergebnis unserer Bewertung der Browser folgt hier die Rangliste:

  1. Tor Browser
  2. Firefox
  3. Brave
  4. Chromium
  5. LibreWolf
  6. Pale Moon
  7. Vivaldi
  8. Opera
  9. GNU IceCat
  10. Iridium
  11. Waterfox
  12. Chrome
  13. Safari
  14. SeaMonkey
  15. Edge
  16. Yandex

Natürlich gibt es noch viele andere wichtige Faktoren, die wir hätten einbeziehen können, wie z. B. die Geschwindigkeit des Browsers und die Anpassungsfähigkeit. Aber für den Schutz der Privatsphäre und die Sicherheit ist der Tor-Browser ExpressVPNs Wahl unter den beliebten Webbrowsern.

Der letzte Schritt zum sicheren und privaten Surfen

Wie wir gesehen haben, hat jeder dieser Browser seine Stärken und Schwächen – einschließlich der Möglichkeit, Ihren Webverkehr zu überwachen und an Dritte zu verkaufen.

Und so sehr auch versucht wird, Ihnen ein sicheres und privates Browser-Erlebnis zu bieten, die einzige Möglichkeit, den gesamten Datenverkehr Ihres Geräts (z. B. vor Ihrem Internetanbieter) zu schützen, ist die Verwendung eines VPNs.

Anstatt sich mit individuellen Browser-Einstellungen herumzuschlagen, brauchen Sie nur auf „Verbinden“ zu klicken, und schon schützt unser VPN Ihre Sicherheit und Privatsphäre, während Sie das Internet genießen – von jedem Gerät aus.

Christian wird eines Tages in eine virtuelle Welt einziehen. Bis dahin schreibt er hier über Cybersicherheit und Privatsphäre.